Collie-Bilder gesucht

Vorschau auf die „Collie“-Ausstellung 2020 im MUSEUM WUSTROW

Dazu ein A U F R U F: Alle Nutzer und Freunde des wendlandarchiv werden höflich gebeten, bei der Suche nach alten Collie-Zigarettenschachteln und Collie-Bildern mitzuwirken. Ganz wichtig sind des Weiteren Unterlagen (Fotos, Dokumente, Geräte …) vom Tabakanbau in Lüchow-Dannenberg., sei es im Schrebergarten, zu Hause oder auf großen Flächen von Tabakbauern. Und es werden Menschen gesucht, die „Collie-Zigaretten“ geraucht haben.

Hilfe und Hinweise erbittet das MUSEUM WUSTROW,
Rolf Meyer
Tel.: 05843-429
E-Mail: rha.meyer@t-online.de

Die Collie-Ausstellung wird am Sonntag, 5. April 2020, 14 Uhr, eröffnet. Sie ist bis Ende September 2020 von Mi-So und an Feiertagen von 14-17 Uhr geöffnet.

Zum Hintergrund:

Der Wustrower Postschaffner i.R. Heinrich Meyer, Kriegsinvalide 1914/18, war leidenschaftlicher Pfeifen- und Stumpenraucher. Aber nach dem 2. Weltkrieg waren Tabak und Rauchwerk rar und teuer. So pflanzte er im Garten seines 1936 in der Blumenthalstrasse gebauten Einfamilienhauses Tabak auf kleiner Fläche für den Eigenbedarf an. Wegen eines kriegsbedingt steifen Beines konnte er sich schlecht bewegen und sein Enkel Rolf half ihm bei der Tabakernte, also beim Abziehen der Blätter und deren Aufziehen auf eine Schnur zwecks Trocknung unter dem Dachvorsprung. Im Frühjahr 1950 kam der zehnjährige Rolf Meyer zur Mittelschule nach Lüchow und wurde auf seine Art ein großer Tabakfreund – aber nicht als Genießender, sondern als Sammelnder. Denn: Ende der 1940er Jahre hatte die deutsche Zigarettenindustrie nach dem Wiederaufbau zerschlagener Werksanlagen wieder einigermaßen Fuß gefasst und brachte unter der Verwendung von Virginia-Tabaken und unter der Marke Collie neuen amerikanischen Rauchgenuss. Nur wenige Jahre, Ende der 1940er und Anfang der 1950er, existierte Collie als meistgekaufte westdeutsche Zigarette, dann hatte sie „ausgedient“. Das alles war damals dem Wustrower Mittelschüler unbekannt, ihn interessierten nur die grünen Collie-Packungen mit weißem Schriftzug. Sie enthielten nämlich kleine Zeichnungen zur Geschichte des Tabaks. Diese Abbildungen lagen nicht lose der Packung bei, sondern waren auf der Rückseite des „Schubers“, in dem sich die Zigaretten befanden, eingedruckt. Man musste dann die Collie-Bilder, wie die Schüler-Sammler sie nannten, vom Rest der Kartonage abtrennen. Rund siebzig Jahre hat Rolf Meyer seine Tabak-Bildchen aufgehoben, nun sollen sie, unter weiteren Gesichtspunkten, im Jahr 2020 in einer Ausstellung im MUSEUM WUSTROW gezeigt werden.

Hier zunächst die Abbildungen einer alten Collie-Packung, sowie ein kleines Collie-Bild (4,2 cm mal 7,2 cm) und die größere Collie-Zeichnung (8,2 cm mal 7,2 cm). Die Motive entstammen der Tabakwelt („AMERIKANISCHE FACHLEUTE ÜBERPRÜFEN DEN JUNGEN VIRGINIA-WUCHS“) wie auch dem Umfeld von Tabak-Farmern (Hobbys „REITERKUNSSTÜCKE IN TEXAS“, Familien-Szenen) oder dem einfachen Alltag mazedonischer Tabakbauern.

In der rechten unteren Ecke des großen Collie-Bildes hat sich mit dem Kürzel G.T.S. (s. kl. Pfeil) der Zeichner Günther T. Schulz verewigt. Er war ein bedeutender Werbe- und Reklame-Bildner sowie Illustrator.

Die 2020er-Schau im Museum Wustrow wird die Darstellung der Collie-Zeichnungen umfassen und die Welt einiger Collie-Bild-Sammler. Dazu werden in zwei repräsentativen Räumen des Museums große Original-Zeichnungen von Günther T. Schulz ausgestellt.

Ein kleiner Flur wird als (fiktive) Raucher-Ecke eingerichtet, mit Collie-Werbetafeln, Aschenbechern und Raucherutensilien. Nahezu unbekannt und noch nicht aufgearbeitet ist die Geschichte des Tabakanbaus im Wendland. Dazu wird ein Extra-Raum hergerichtet.
überregional
Datum: 10. Februar 2020
Quelle:    Museum Wustrow
Archiv-ID: 44550
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