Neue Bildkommentare

Hallo Herr Voigt, es war nicht nur hier eine Spezialität des Hauses. Ich habe auch mit anderen Personen aus näheren Umgebung von Kiefen gesprochen und die haben mir diese Vorgehensweise bestätigt. Meine Ur-Großmutter soll auch an so gegessen haben. Man hat die Kartoffeln mit der Gabel in die Speckstibbe getunkt. Bin selbst auf der linken Seite (gelbes TShirt) zu sehen. Die kleinen Kinder haben natürlich nicht die Speckstibbe genommen.
Das Bild gibt mir einige Rätsel auf: Die beiden Hallenhäuser sind wie aus dem Ei gepellt, wirken fast unbenutzt, die Ausfachungen wie gerade fertiggestellt. Kein Mist vor den Türen, alles blitzeblank. Die Stalltüren innen angeschlagen und somit nach innen öffnend: Da kann kein Vieh drin gewesen sein. Aber was sonst? Reiche Bauern, zu denen die Familie wohl gezählt hat, hatten viel Vieh! Und noch mehr Mist! Wurde für die Aufnahme jeder Hinweis auf Tiere beseitigt und saubergemacht? Sehr sehr fraglich, stand doch ein großer Misthaufen eher für den Reichtum eines Bauern! Gab es vielleicht einen ganz anderen Erwerbszweig? Das eher städtisch-vornehme Erscheinungsbilder der jungen Familie läßt diese Frage entstehen. Aber vier Pferde? Zum Kutsche fahren? Auch die Groot Döör sieht unbenutzt aus. Die Bögen sind ziemlich hoch ausgeschnitten, was zur Biedermeierzeit um 1830 m.E. noch nicht der Fall war. Die Auflösung auf der Seite hier ist nicht so hoch, daß man die Jahreszahl sicher erkennen könnte. Aufgrund der fast neuwertigen Erscheinung eines zur Aufnahmezeit 80jährigen Bauernhauses würde ich von einem deutlich späteren Bauzeitalter ausgehen. Z.B. 1883 statt 1833? Dann wäre das Haus vielleicht gerade erst 15 Jahre alt gewesen! Haben beide Häuser zusammengehört? Die 4 Pferde, für einen Hof um 1900 schon selten, werden ihren Stall wohl in dem massiven Nebengebäude gehabt haben. Auffällig finde ich, daß das Bild eindeutig vom Großvater dominiert wird (in der Bildmitte mit Hut), während sein vermutlicher Sohn (mit Uhrkette) und Hoferbe ganz am Rande Aufstellung genommen hat. Zu sehen sind des Weiteren seine ungewöhnlich attraktive Frau, zwei Kinder, eine Magd, ein Stallbursche und ein Knecht (mit Pfeife). Es ist mir bekannt, daß solche Photographien nichts mit dem gemein hatten, was heute üblich ist. Es sind bis ins kleinste Detail durchkomponierte Aufbauten, die Aufstellung der Personen richtete sich immer klar nach der Rangordnung Kurzum: Ein Bild, das mehr Fragen aufwirft als es beantwortet.
Ja, Geld wir schon ausreichend vorhanden gewesen sein! Das zeigt der aufwendige Dachaufbau. Allerdings ist das auch viel mehr als nur ein Dachstuhl! Es handelt sich ja um eine komplette Mansard-Wohnung. Fensteröffnungen und Zwischenwände sind schon fertiggestellt. Das Fachwerk wurde dann wohl noch mit Steinen ausgefacht und verputzt.
Einfache Badeanstalten am Fluß! So etwas Schönes und Natürliches. Keine Heizung und kein Chlor! In Dannenberg gab es ein "Warmbadehaus" (abgerissen) , wo die Bürger mal heiß baden konnten. Anschließen direkt zur Abkühlung in den Fluß! DAS war Lebensqualität! Heute ist das alles ferne Vergangenheit.
Die konnten noch zupacken -mein Gott!
Ein Zeitdokument! Kinderarbeit war im 19. Jahrhundert das Normalste der Welt. Und Frauen (jeden Alters!) haben schwerste körperliche Arbeit verrichtet, und das mit miserablem Schuhwerk und magerer Kost. In unseren Breiten heute nicht mehr vorstellbar, in anderen Regionen allerdings schon. Die Billig-T-Shirts für 2,99 Euro - wer stellt die wohl her und färbt sie? Kinder und Frauen.
Donnerwetter! Was für ein gigantischer Kessel! Ein seltenes Bild. Ich stelle mir vor, wie nach dem Färben große Mengen farbiger und giftiger Abwässer in die Jeetzel geflossen sind. Wiederaufbereitung und Klärung gab es ja wohl noch lange nicht.
Diese eleganten Jeetzelkähne: Gibt es überhaupt noch einen einzigen davon? Mir ist keiner bekannt. Der Kahn im Museum Hitzacker scheint nicht dazuzugehören. Fast jedes Haus in Dannenberg hatte Wasserzugang und mindestens einen Handkahn, mit dem die Bürger zu ihren Gärten gestakt sind oder auch ihre Ware transportiert haben. Das Leben hat sich auch zum guten Teil auf den Kanälen abgespielt, die sind heute zugeschüttet und die alte Jeetzel ist nur noch ein schmales trübes Rinnsal. Mit den größeren Kähnen sind die Kaufleute bis nach Salzwedel oder Hamburg geschippert, was heute nicht mehr möglich ist. Klein Venedig in Dannenberg - das wäre heute DIE Touristenattraktion!
Es ist immer wieder erschreckend anzusehen, wie (nicht nur in Dannenberg!) die Häuser amputiert worden sind, um Ladenflächen zu gewinnen. In anderen Ländern wie. z.B. England, Frankreich, Italien völlig undenkbar. Selbst Banken werden sorgfältig in historische Gebäude integriert, ohne das Erscheinungsbild zu zerstören.
Genau, Ritterling in Thunpadel. Heinz Ritterling und die beiden Maier Schwestern aus Karwitz sind auch dabei.Aufnahme um 1955.
Das ist die Jeetzel kurz vorm Schloßgraben und nicht die Mühlenjeetzel. (Teile des Kommentars durch Administrator entfernt)
Durchgang vom Kranplatz zum Brink. Das Holzgebäude rechts war die Werkstatt der Tischlerei Huschmann.
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