Bebauung am Marktplatz

Auffällig sind die hohen Antennenmasten. Die waren vermutlich notwendig, um das Signal über die gegenüberliegende, höhere Bebauung hinweg empfangen zu können.
Lüchow
Lange Straße (Am Marktplatz)
Datum: 3. Mai 1959
Zeitraum: 1946 - 1960
Autor/-in:  Alfred  Wehrend
Quelle:  Wolfgang  Wehrend
Archiv-ID: 52768
Kommentare
Wolfgang von der Heyde 02.10.2022
Wie die Telefonzellen, so werden ja auch die Antennenmasten bald verschwunden sein, deshalb ein paar Worte dazu - für die nächste Generation. Auf beinahe jedem der Dächer sieht man hier eine Stange mit einer Antenne dran - das bedeutet: im ganzen Haus gibt es nur einen Fernseher. Die Antennen mußten auch außerhalb der Innenstadt immer hoch gebaut werden, denn man konnte hier im Kreis nur zwei weit entfernte Sender empfangen, Torfhaus(Harz) und Hamburg-Moorfleet. In Lüchow und Umgebung waren die Antennen zum Harz ausgerichtet, das hatte nebenbei den Vorteil, dass man auch 'Ostzone' empfangen konnte, da gab es oft schöne alte Spielfilme. Der Ostsender stand ja nicht weit vom Torfhaus auf dem Brocken, das klappte mit einer Antenne. Im Nordkreis - besonders entlang der Elbe - war der Hamburger Sender besser zu empfangen und Schwerin für's Ostprogramm. Die Lückenfüllsender wie Zernien, Uelzen, Höbeck wurden erst später gebaut. Das Zweite Fernsehen kam erst Anfang der 60er, dafür mußten die Fernseher aufgerüstet und ein zweite Antenne installiert werden. Der kräftige A-Mast auf dem Kreiselschen Haus und dem Haus ganz links, stammen noch von der alten Telefonversorgung, auf den Vorkriegsbildern sieht man sie auf vielen Häusern. Der Antennenbau auf diesen doch recht hohen Häusern war schon eine echte Aufgabe - siehe auch Archivnr. 51973 .
Torsten Schoepe 02.10.2022
Lieber Wolfgang, herzlichen Dank für die Informationen. Man merkt, dass hier ein Fachmann kommentiert. LG Torsten Schoepe
Frank 28.10.2022
Eine, meine, kleine Ergänzung: Ich meine, Wolfgang meinte, das in der Anfangszeit, als TV ausschließlich über VHF (Harz/Hamburg/Schwerin) gesendet wurde, man ziemlich sicher sein konnte, dass da wohl nur ein Empfänger daran angeschlossen ist, bzw. man erkennen konnte, wer überhaupt in der Lage ist Fernsehen zu empfangen. Die Füllsender sendeten später auf UHF, einer weitaus höheren Frequenz. Die Antennen waren kleiner, aber weiterhin auf den Sender gerichtet und es war die Zeit, dass auch mehrere Empfangsgeräte an einer Antenne betrieben wurden, sofern man sich das leisten konnte. Auch von mir ein Danke an Wolfgang, für den schönen Kommentar!
Frank 28.10.2022
Ich habe vergessen zu fragen: Was ist das für ein Mast, ganz links im Bild. War das eine Gruppenantenne? Für Steigbügel sehen mir die Querstreben zu breit aus. Zudem zeigen sie eher in Richtung Hamburg. UKW Empfang?
Wolfgang von der Heyde 30.10.2022
Hallo Frank! Was die Frage nach dem Mast ganz links betrifft, da gibt es ein schönes Bild im Archiv: 24472. Ein Techniker steht oben auf dem Brett, die Querstreben sind offensichtlich seine Leiter. Auch 41259 und 49024 sind dazu interessant. Gibt es vielleicht noch einen "alten Fernmelder", der sich damit besser auskennt? Und was die Fernsehversorgung damals betrifft, sehr lange bekam jeder Fernseher eine eigene Antenne, auf Mehrfamilienhäusern sah es manchmal wüst aus ( Archivnr. 52769 ist ein harmloses Beispiel). Gemeinschaftsantennenanlagen kamen erst später, waren teuer und pflegebedürftig - aber da war ich nicht mehr in diesem Gewerbe.
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