Die Lüchower Gallerieholländer-Windmühle am östlichen Stadtrand

Lüchow
Datum: um 1900
Zeitraum: 1900 - 1913

Torsten Schoepe schreibt zu diesem Bildausschnitt: Ich brauchte 42 Jahre, um zufällig ein Detail des Bildes mit der ID 25474 als die ehemalige Lüchower Gallerieholländer-Windmühle zu erkennen. So lange war das Motiv schon in meiner Sammlung und erst die Betrachtung einer Großvergrößerung für eine Ausstellung brachte die Erkenntnis:

Man sieht hier in der Ausschnittvergrößerung eindeutig im äußersten Bildhintergrund zwei der Flügel und das typische, dreieckige Gestänge einer Windmühle. Was für ein "Fund". Die erhebliche Größe der Mühle, die durch die damals von Carl Gerlach verwendete Tele-Brennweite nahe "heranrückt", ist sehr gut wahrzunehmen.

Die Zeitung für das Wendland (ZfdW) benennt in einem Bericht am 6. September 1865 den Bereich des Mühlenstandortes im Osten Lüchows als eine mögliche Variante für den Bau eines Bahnhofes der geplanten Bahnstrecke Lüneburg - Dannenberg - Lüchow - Salzwedel.

Der exakte Standort ergibt sich, wenn man passgenau über einen aktuellen Stadtplan einen Ausschnitt aus einer Karte der preussischen Landesaufnahme (Nr. 3033) legt und zusätzlich die fotografische Fluchtlinie der Aufnahme von 1900 einzeichnet. Die Mühle stand auf dem Gelände von später Firma Roggan, etwas westlich vom heutigen Friedhofseingang.

Im November 1903 wird die 1822 errichtete Mühle (1) bei einem schweren Sturm beschädigt (2). Er war so heftig, dass auch der Oberbau der Kolborner Mühle abgerissen und das Dach des Hotels zur Eiche fast vollständig abgedeckt wurde.

1912 wird der Malzspeicher des Brauers C. H. Schultz aus der Innenstadt an den Standort der Mühle umgesetzt (3); sie steht dann also nicht mehr.

Die obige Geschichte zeigt wieder einmal, dass es sinnvoll ist, die alten Aufnahmen mit den heutigen technischen Möglichkeiten der Vergrößerung und Bildoptimierung nach Details "abzuscannen". U. a. Wolfgang von der Heyde macht das sehr akribisch und hat schon viele Puzzleteile für die Lüchower Geschichte entdeckt.

(1) Friedrich Lange: Aus der Geschichte der Mühlen im Hannoverschen Wendland, Köhring-Verlag 1989, Seite 125.
(2) ZfdW vom 24.11.1903.
(3) ZfdW vom 7.5.1912 und Allgemeiner Anzeiger vom 20.10.1950
Autor/-in:  Carl  Gerlach
Quelle:  Torsten  Schoepe
Nutzungsrechte: Zur Klärung etwaiger Urheberrechte wenden Sie sich bitte an Torsten Schoepe, Plater Weg 4, 29439 Lüchow, e-mail torsten@schoepe.de. Wenn als Autor Torsten Schoepe angegeben ist, unterliegt die Abbildung besonderen Nutzungsrechten.
Mühle
Archiv-ID: 56099
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